Diese Ausgabe der Mozart-Sonaten für Violine und Klavier wurde von Cliff Eisen, einem der renommiertesten Mozart-Forscher unserer Zeit, recherchiert und erstellt. Professor Eisen erkennt an, dass viele der offensichtlichen Ungereimtheiten und Eigenheiten in Mozarts Notation durchaus beabsichtigt sind und dass die Versuche vieler anderer Ausgaben, ähnlichen Phrasen oder musikalischen Abschnitten Einheitlichkeit aufzuerlegen, fehlgeleitet sein können. Wie er im Vorwort schreibt: „… ist die Vorstellung, der klassische Stil stelle ein Musterbeispiel an Symmetrie, Ausgewogenheit und Klarheit dar … sie hat wenig mit Mozarts tatsächlicher Praxis zu tun, die in erster Linie auf inhaltlicher und artikulatorischer Vielfalt beruht.“ Daher bleiben in dieser Neuausgabe alternative Lesarten paralleler Passagen erhalten, anstatt durch ein falsches Streben nach Konformität sterilisiert zu werden. Selbstverständlich werden alle derartigen Fälle im Kritischen Kommentar vermerkt. Auch die höchst individuelle Strahlführung in Mozarts Autographen wird in der Neuausgabe gewürdigt, da sie oft zu unserer Hörwahrnehmung von Phrasenstruktur und Akzenten beiträgt.
Professor Eisenis ist sich bewusst, dass es für diese Musik keinen einheitlichen Urtext gibt. Im Gegenteil, er glaubt, dass „es überzeugende Beweise dafür gibt, dass Mozarts spätere Aufführungen seiner Werke von – teilweise substanziellen – Änderungen im Notentext geprägt waren.“ Diese Ausgabe zeigt, wie weit diese Freiheit des musikalischen Ausdrucks reichen kann, und wird daher voraussichtlich einen Ehrenplatz in den Sammlungen all jener einnehmen, die sich mit dem Studium und der Aufführung dieser Meisterwerke befassen.
Teil 1: KV 301–306
Teil 2: KV 296, KV 376–KV 380; Andante und Fuge KV 402 (ergänzt von Stadler); Sonate KV 403 (ergänzt von Stadler).
Teil 3: KV 454, KV 481, KV 526, KV 547 und Variationen aus KV 359 und KV 360. Herausgegeben von Cliff Eisen