Vincent d’Indy (1851–1931) entstammte einer aristokratischen Familie. Sein musikalisches Talent wurde von seiner Großmutter erkannt, die ihn aufzog und dafür sorgte, dass er Klavierunterricht von berühmten Lehrern erhielt. Trotzdem wurde er zum Jurastudium nach Paris geschickt. D’Indy, der Komponist werden wollte, trat stattdessen einem Pariser Orchester als Pauker bei, um die Musik von Grund auf zu lernen. Sowohl Massenet als auch Bizet waren von seinen frühen Kompositionen beeindruckt und ermutigten ihn, seine Werke César Franck zu zeigen. Franck teilte ihre Begeisterung nicht und soll zu D’Indy gesagt haben: „Du hast Ideen, aber du kannst nichts daraus machen.“ Offenbar reichten diese Ideen jedoch aus, um Franck zu überzeugen, D’Indy das Handwerk beizubringen, und er nahm ihn als Schüler an. Obwohl D’Indy viele verschiedene Einflüsse aufnahm und sich von ihnen inspirieren ließ, prägten Franck und seine Musik ihn am stärksten. D’Indys Ruf war bereits zu Lebzeiten beachtlich. Er gründete 1900 die Schola Cantorum, die nach dem Pariser Konservatorium zur bedeutendsten Musikschule Frankreichs werden sollte.
Obwohl d’Indy dieses Trio ursprünglich für Klarinette komponierte, schuf er auf Wunsch seines Verlegers auch eine alternative Violinstimme und legte besonderen Wert darauf, dass es als klassisches Klaviertrio sowohl natürlich als auch wirkungsvoll klingt. Es ist in beiden Fassungen ein wunderschönes Werk.
Besetzung: Klarinette (oder Violine), Violoncello und Klavier