László Tihanyi wurde am 21. März 1956 in Budapest, Ungarn, geboren und studierte Musik an der Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest, wo er Komposition bei Rezső Sugár und Dirigieren bei András Kórodi studierte. Seit 1979 ist Tihanyi Professor an der Musikakademie und war von 2000 bis 2005 auch als Vizerektor tätig.
Er dirigiert regelmäßig im In- und Ausland und leitet vorwiegend Programme mit Werken der Klassik und der zeitgenössischen Musik des 20. Jahrhunderts. Er trat mit allen großen ungarischen Orchestern und bedeutenden europäischen Ensembles für zeitgenössische Musik wie dem Ensemble Modern, Contrechamps und MusikFabrik auf. 1991 wirkte er an der Produktion von Madernas „Hyperion“ beim Festival d’Automne in Paris und der anschließenden Europatournee mit. 2002 bat Péter Eötvös ihn, bei der Produktion seiner Oper „Drei Schwestern“ im Rahmen der Wiener Festwochen 2002 als zweiter Dirigent mitzuwirken (Eötvös selbst war Erster Dirigent).
1985 gründete er sein eigenes Instrumentalensemble, das Ensemble Intermodulation, das sich der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts widmet, und ist seither dessen künstlerischer Leiter. Tihanyi ist Träger renommierter Preise, darunter des Erkel-Preises und des Bartók-Pásztory-Preises.
Neben seiner Tätigkeit als Hauskomponist des Ensembles Intermodulation werden seine Werke in ganz Europa aufgeführt: Der Ungarische Rundfunk gab 1991 das „Irrlichtspiel“ für Violine und Ensemble (ein kurzes Konzert) in Auftrag. Anschließend brachte das Ensemble die „Winterszenen“ (ein Werk nach Schuberts „Winterreise“) zur Uraufführung. 1992 wurde „Summer Music“ dem Ensemble Contrechamps gewidmet und von diesem uraufgeführt; es zählt zu den meistgespielten Kammermusikwerken von Tihanyi. 1994 erhielt „L’Épitaph du Soldat“ (eine kurze Fortsetzung von Strawinskys „Die Geschichte vom Soldaten“) einen Auftrag von Radio France, und 1996 folgte „Serenata“ für vier Instrumente von Rainbow over Bath. „Schattenspiel“ wurde 1997 für Mitglieder des Forrás Chamber Music Workshop komponiert und im selben Jahr in seiner ursprünglichen, viersätzigen Fassung in Wien uraufgeführt. 1998 gaben die beiden Schweizer Stiftungen Pro Helvetia und die Zuger Kulturstiftung Landis & Gyr „Matrix“ für vier Hände in Auftrag. „Atte“ wurde 1999 in Berlin vom UMZE Ensemble uraufgeführt. Die Solisten waren Csaba Klenyán (Klarinette) und György Déri (Violoncello). Im Jahr 2002 feierte Kosmos bei Musikfabrik Premiere, und es folgten eine Reihe weiterer Auftragswerke, darunter die 20 Nachtmeditationen für 8 Solisten und Orchester mit doppelter Streicherbesetzung, die im Februar 2007 an der Juilliard School in New York ihre Premiere auf der westlichen Hemisphäre erlebten.