„Oblivion“ ist eine Komposition des argentinischen Tangokomponisten und Bandoneonspielers Astor Piazzolla aus dem Jahr 1982. Sie erschien 1984 im italienischen Film „Heinrich IV.“ und erlangte größere Bekanntheit durch die Interpretation und Aufnahme der italienischen Sängerin Milva mit französischem Text im selben Jahr. Das Stück zeichnet sich durch eine leidenschaftliche, melancholische Melodie aus, die auf einem langsamen Milonga-Rhythmus mit jazzbeeinflussten Harmonien basiert. Mit einer Spieldauer von dreieinhalb Minuten wurde es vielfach für verschiedene Instrumente arrangiert und von zahlreichen Klassik- und Jazzmusikern aufgenommen.
„Oblivion“ existiert in zahlreichen Arrangements für verschiedene Instrumentenkombinationen. Gängige Fassungen umfassen Versionen für Violine, Cello, Oboe und Orchester, Streichquartett sowie zahlreiche Bearbeitungen für Soloinstrumente (z. B. Klavier, Klarinette) mit Standardbegleitung, etwa durch Sinfonie- oder Kammerorchester. Die klare Struktur und die rhythmische Grundlage des Werkes haben es besonders für vielfältige Instrumentalinterpretationen geeignet gemacht. Der Cellist Yo-Yo Ma und die Pianistin Kathryn Stott führten es 2014 in der Londoner Wigmore Hall auf. Zu den bemerkenswerten klassischen Einspielungen zählen jene des Geigers Joshua Bell und des Bandoneonspielers Carel Kraayenhof (2009), die von Charles Dutoit mit dem Montreal Symphony Orchestra und dem Bandoneonspieler Daniel Binelli (2000) sowie die des Cellisten Gautier Capuçon mit dem Paris Chamber Orchestra (2020).