Der belgische Komponist, Dirigent und Geiger Eugène Ysaÿe (1858–1931) studierte bei H. Wieniawsky in Brüssel und unternahm zahlreiche Konzertreisen, insbesondere in die USA, wo er unter anderem in Cincinnati als Dirigent tätig war. Ab 1886 war er Professor am Brüsseler Konservatorium. 1894 rief er die Brüsseler Ysaÿe-Konzerte ins Leben, gründete ein Streichquartett und sein eigenes Orchester. Ysaÿe zählte zu den großen Virtuosen seiner Zeit. Viele bedeutende Komponisten widmeten ihm Werke, darunter sein enger Freund César Franck, C. Debussy, C. Saint-Saëns, E. Elgar und G. Fauré. Sein kompositorisches Schaffen umfasst hauptsächlich Sonaten und Konzerte für Violine, aber auch zahlreiche kleinere Werke. Sein Trio „Le Londres“ war ursprünglich als Sonate für zwei Violinen für seine Schülerin, Königin Elisabeth von Belgien, konzipiert. Da es technisch zu anspruchsvoll war, bearbeitete Ysaÿe es für zwei Violinen und Bratsche. Für diese neue Ausgabe rekonstruierte Nandor Szederkenyi das Werk, das teilweise 1927 bei einem Brand zerstört worden war, anhand einer Handschrift.