Felix Mendelssohn Bartholdy widmete dem Streichquintett-Genre lediglich zwei Werke, die viele formale und musikalische Ähnlichkeiten aufweisen, obwohl sie fast zwei Jahrzehnte auseinander entstanden.
Angesichts Mendelssohns ausgeprägter Revisionswut stellten die Quintette den Herausgeber vor einige Herausforderungen: Im A-Dur-Quintett wurde, nachdem er einen Mittelsatz ersetzt und die Satzreihenfolge gegenüber der frühen Fassung geändert hatte, 1833 eine einigermaßen erkennbare „Endfassung“ veröffentlicht; das B-Dur-Quintett erfuhr nach seinem vorläufigen Abschluss 1845 mehrere weitere Überarbeitungsrunden, die sich vermutlich bis zum Todesjahr des Komponisten (1847) hinzogen.
Der Stimmenauszug enthält neben dem zweiten Streichquintett in B-Dur sowohl die vollständige frühe Fassung als auch die vollständige veröffentlichte Fassung des ersten Quintetts in A-Dur, sodass beide Fassungen als eigenständige Werke aufgeführt werden können. Zur besseren Auseinandersetzung mit dem Notentext ist neben der Stimmenausgabe auch eine Studienpartitur enthalten.