Antonín Dvořáks Streichquintett Nr. 2 in G-Dur, op. 77 (B. 49), entstand Anfang März 1875 und wurde am 18. März 1876 in Prag im Rahmen des Konzerts der Umělecká beseda uraufgeführt. Das Streichquintett ist für zwei Violinen, Viola, Violoncello und Kontrabass gesetzt.
Zuerst als op. 18 bezeichnet, wurde es 1888 leicht überarbeitet und vom Verleger Simrock fälschlicherweise mit der Opusnummer 77 gedruckt. Später erhielt es die Burghauser-Nummer B. 49. Dvořák reichte das Werk bei einem Wettbewerb ein und erhielt dafür fünf Dukaten. Es trägt das Motto des Wettbewerbs, „Meiner Nation“, als Widmung. Das Quintett stellt im Vergleich zu Dvořáks frühen Kammermusikwerken einen Fortschritt dar. Es ist nicht nur technisch verfeinert und ausgewogener strukturiert, sondern auch durch den Kontrabass als fünftes Instrument klanglich präsenter, wodurch das Cello eine höhere, lyrischere Position innerhalb der Gruppe einnehmen kann.
Obwohl das Originalwerk fünfsätzig angelegt war, strich Dvořák später den zweiten Satz, das sogenannte „Intermezzo“, da er befürchtete, zwei langsame Sätze würden das Werk zu lang machen. Dieser Satz basierte auf dem Mittelteil „Andante religioso“ seines Streichquartetts Nr. 4 (das zu seinen Lebzeiten nicht veröffentlicht wurde) und wurde später als Nocturne für Streicher in H-Dur, op. 40 (B. 47), neu bearbeitet und veröffentlicht. Einige moderne Ensembles fügen das Intermezzo bei der Aufführung des Werkes wieder ein.