Diese Sonate ist die erste von dreien, die Hindemith für Bratsche und Klavier komponierte (die anderen sind Op. 25 Nr. 1 und eine weitere aus dem Jahr 1937). Einflüsse früherer Komponisten wie Brahms und Reger sind in dem Werk deutlich erkennbar. Auch Debussys Einfluss ist spürbar. Während seines Militärdienstes im Ersten Weltkrieg gründete Hindemith ein Streichquartett; dieses Quartett spielte gerade Debussys Streichquartett, als die Nachricht von dessen Tod im Radio verkündet wurde.
Elemente aus Debussys Solo-Streichersonaten und Streichquartetten finden sich in der Sonate wieder, insbesondere im ersten Satz. Der erste Satz dient als Präludium zu den beiden letzten Sätzen; alle drei werden ohne Unterbrechung gespielt. Der zweite Satz ist als Thema mit Variationen bezeichnet. Das schlichte, volksliedhafte Thema, voller Melancholie (in der Partitur als „Still und einfach, wie ein Volkslied“ bezeichnet), erklingt zu Beginn, gefolgt von vier Variationen. Der dritte Satz ist in Sonatenform, steht aber insofern mit dem zweiten Satz in Verbindung, als im dritten Satz weitere Variationen des Themas des zweiten Satzes erklingen (die fünfte und sechste Variation ersetzen die Durchführung im dritten Satz, die siebte dient als Coda).