Mendelssohns Bratschensonate gehört zu seinen vielen frühen Werken, die zu seinen Lebzeiten unveröffentlicht blieben. Das Autograph ist auf „d. 14 Febr. 1824“ datiert. Mendelssohn war demnach 15 Jahre alt, als er die Sonate vollendete. Sie zählt zweifellos zu seinen reifsten frühen Kammermusikwerken. Schon die Tonart deutet auf den Ernst hin, mit dem der Komponist an die Arbeit ging. Dem ersten Satz geht eine kurze Adagio-Einleitung voraus. Der Mittelsatz, ein Menuett, behält die Tonart c-Moll bei, und auch das Trio mit seiner choralartigen Melodie kann die Moll-Stimmung nicht aufhellen. Der Schlusssatz ist ein Andante mit acht Variationen. Sie ist eine willkommene Bereicherung des überschaubaren Repertoires klassisch-romantischer Bratschenmusik.