Die F-Dur-Sonate op. 5 Nr. 1 besteht aus nur zwei Sätzen, die jedoch beide recht umfangreich sind. Der erste Satz wird von einem Adagio sostenuto eingeleitet, das beinahe einen eigenen Satz bildet. Er entfaltet sich allmählich aus Arpeggien über dem gemeinsamen F-Dur-Akkord, einem Motiv, das auch im ersten Thema des Haupt-Allegros präsent ist: einer dolce Melodie des Klaviers, die bald darauf vom Cello wiederholt wird. Eine ausgedehnte Überleitung, die von Offbeat-Akzenten geprägt ist, führt zur fragmentarischen zweiten Themengruppe in der Dominante: Sechzehntelnoten münden in eine Staccato-Passage des Klaviers, bevor das Cello mit einem melodischeren Motiv einsetzt und die Cotta dem weitläufigen Durchführungsteil weicht. Die Reprise ist eine schlichte Wiederholung des Anfangsteils, die Coda hingegen wird durch die Einfügung einer kurzen Adagio-Passage (die keinen Bezug zur Einleitung hat) und eines ähnlich kurzen Presto-Abschnitts zur Vorbereitung der Dominante auf die abschließende Bestätigung in F-Dur erweitert. Der zweite und letzte Satz ist ein Rondo im 6/8-Takt mit einem Hauptthema, das die rhythmische Verschiebung zwischen den beiden Instrumenten stark betont.