Die Bearbeitung von César Francks Violinsonate in A-Dur für Cello war die einzige von Franck autorisierte alternative Fassung. Sie stammt vom Cellisten Jules Delsart. Die Violinsonate in A-Dur zählt zu César Francks bekanntesten Kompositionen und gilt als eine der bedeutendsten Sonaten für Violine und Klavier überhaupt. Nach eingehender historischer Recherche anhand verlässlicher Dokumente veröffentlichte der G. Henle Verlag die Bearbeitung von Jules Delsart für Cello (die Klavierstimme blieb unverändert) als Urtextausgabe.
In seiner Franck-Biografie beschreibt Joël-Marie Fauquet die Entstehungsgeschichte der Cellofassung. Nach einer Aufführung der Violinsonate in Paris am 27. Dezember 1887 war der Cellist Jules Delsart, der als Quartettspieler aktiv an diesem Konzert mitwirkte, so begeistert, dass er Franck um Erlaubnis bat, die Violinstimme für Cello zu bearbeiten. In einem Brief, den Franck vermutlich wenig später an seinen Cousin schrieb, erwähnte er: „Herr Delsart arbeitet derzeit an einer Cellobearbeitung der Sonate.“
Demnach stammte die Cellobearbeitung nicht vom Verlag, sondern von einem Musiker, der mit dem Komponisten befreundet war (beide lehrten am Pariser Konservatorium). Es besteht kein Zweifel daran, dass Francks Zustimmung zu dieser Bearbeitung vorlag. Da die Klavierstimme unverändert blieb, veröffentlichte der renommierte Verlag Hamelle die Bearbeitung nicht in einer eigenen Ausgabe (um 1888), sondern fügte die Cellostimme mit eigener Plattennummer einfach der Partitur bei.
Zu Francks Lebzeiten wurde die A-Dur-Sonate in zwei (mehr oder weniger) gleichwertigen Varianten angeboten (Klavier und Violine; Klavier und Violoncello), wobei der Bearbeiter der Cellofassung (Jules Delsart) ausdrücklich genannt wurde. César Franck hatte vermutlich nichts gegen das Titelblatt einzuwenden, da er entsprechende Exemplare an Freunde und Bekannte verschenkte, darunter auch eine Widmung an den Musikwissenschaftler Adolf Sandberger.
Der Vergleich der beiden Solostimmen (Violine vs. Violoncello) zeigt, dass Delsart sich sehr eng an das Original hielt und sich im Allgemeinen darauf beschränkte, die Violinstimme in die tiefere Lage zu transponieren. Nur in wenigen Passagen finden sich Ausnahmen, in denen Delsart die Musik an die Spielweise des Violoncellos anpasste.
Delsarts Bearbeitung von Francks Sonate für Klavier und Violoncello zählt zu den beliebtesten Sonaten im Repertoire dieses Instruments. Mit der Veröffentlichung der Urtext-Ausgabe durch den G. Henle Verlag im Jahr 2013 ist die Integrität der Cellofassung gesichert.