Prélude à l'après-midi d'un faune (Prélude à l'après-midi d'un faune) ist eine sinfonische Dichtung für Orchester von Claude Debussy. Das etwa zehnminütige Werk gilt als Höhepunkt des musikalischen Impressionismus und als Wendepunkt der modernen Musik. Es erlangte weite Bekanntheit durch die Ballettaufführung von Vaslav Nijinsky im Jahr 1912. Debussy ließ sich bei seiner Komposition von Stéphane Mallarmés symbolistischem Gedicht „L'après-midi d'un faune“ inspirieren, das insbesondere in impressionistischen Kreisen große Beliebtheit genoss. Das Gedicht, das die Geschichte eines Fauns und seiner Tagträume an einem schwülen Nachmittag erzählt, war zuvor bereits von Édouard Manet gemalt worden. Mallarmés Lyrik zeichnet sich durch eine hohe Musikalität aus und erregte Debussys Aufmerksamkeit, nachdem er 1887 eine Rezension in der symbolistischen Zeitschrift „La Vogue“ gelesen hatte. Tief beeindruckt von dem Gedicht, begann er 1890 mit der Arbeit an einer Fassung zur Begleitung einer Rezitation, die jedoch nie aufgeführt wurde. 1892 begann er daraufhin mit der Arbeit an einer Suite, *Prélude, Interlude et Paraphrase finale sur l’après-midi d’un faune*.
Letztendlich blieb es nur das Prélude. 1893 spielte er Freunden erstmals eine Klavierfassung vor; die Orchestrierung vollendete er 1894, woraufhin die Uraufführung am 22. Dezember 1894 in der Société Nationale de Musique in Paris stattfand.