David Poppers Polonaise de Concert, Op. 14, die Wilhelm III., König der Niederlande, gewidmet ist, war einer seiner ersten Erfolge als Komponist. Das Werk, 1878 von Bartholf Senff in Leipzig unter der Plattennummer 1304 veröffentlicht (vermutlich Ende 1877 erschienen), zeugt von Poppers wachsender Beherrschung virtuoser Idiome und seiner Vorliebe für die von Komponisten der vorhergehenden Generation populär gemachten Kurzformen. Sowohl im Titel als auch in bestimmten musikalischen Gesten verweist die Polonaise de Concert deutlich auf Henryk Wieniawskis Polonaise de Concert, Op. 4, die 1853 veröffentlicht wurde.
Poppers Polonaise de Concert ist das erste von drei Werken, die er in diesem Genre komponierte, gefolgt von der Polonaise de Concert in F-Dur, op. 28 (1880), und der Polonaise Nr. 3 in D-Dur, op. 65, Nr. 3 (1891). Die Form von op. 14 ist dreiteilig. Der einleitende A-Teil in d-Moll ist in zwei große, in sich abgeschlossene Teile gegliedert. Nach der Kadenz führt Popper eine scheinbar völlig neue Melodie ein, fast so, als würde er das Stück neu beginnen; tatsächlich kehrt jedoch nur der erste Teil des Anfangsteils in der Reprise wieder. Der kontrastierende Mittelteil in B-Dur besteht ebenfalls aus zwei umfangreichen Unterteilen (einem lyrischen und einem virtuosen), beide in derselben Tonart. Der letztere Teil dient als Rücküberleitung nach d-Moll und deutet gleichzeitig thematisches Material an, das später in Poppers op. 14 wiederkehren sollte. 28. Die Reprise des ersten Themas schließt mit einer brillanten Coda, die Arpeggien und Oktavskalen enthält und das Werk zu einem überschwänglichen Abschluss bringt.
Obwohl die Klavierbegleitung in ihrer Konzeption deutlich orchestral anmutet, schuf Popper selbst nie eine Orchesterfassung der Polonaise. 1897 führte der junge Cellist Horace Britt (1881–1971) eine Orchestrierung des Werkes seines Vaters mit dem Lamoureux-Orchester auf. Weitere Orchesterfassungen entstanden unter anderem bei Antonio Tusa (1946) und Jiří Hošek.