Abgesehen von der Sammlung klassischer Manuskripte, die der Geigenvirtuose Fritz Kreisler (1875–1962) als Bearbeitungen von Werken alter Meister ausgab, veröffentlichte er schon früh auch eigene Kompositionen. Kreisler selbst spielte sie gern als Zugaben und bereicherte so manches Konzert mit diesem musikalischen Genuss. Bekannte Beispiele sind Liebesfreud, Liebesleid und Schön Rosmarin, seine alten Wiener Tänze, in denen Kreisler mit wunderschönen Melodien und wohlklingenden Harmonien die Kaffeehausatmosphäre seiner Heimatstadt heraufbeschwor. Ein weiteres wunderbares Beispiel ist sein Wiener Miniaturmarsch mit seinem humorvollen Thema und dem marschartigen Mittelteil – und überall überrascht Kreisler das Publikum mit einem Hauch Wiener Sarkasmus. Kreislers Originalkompositionen sind reizende Miniaturen, lebhaft und eingängig, mitunter sogar mit einem Hauch Melancholie – und doch voller Charme und Eleganz. Die für Streichtrio arrangierten Stücke machen Spaß beim Spielen und sind hörenswert. Sie stellen eine wertvolle Bereicherung des Repertoires dar – ideal für geselliges Musizieren oder als Stücke zum Abschluss eines „ernsthaften“ Konzerts.