Das Klaviertrio Nr. 2 in e-Moll, op. 92, wurde 1892 von Camille Saint-Saëns komponiert. Es wurde am 7. Dezember 1892 in der Salle Érard in Paris uraufgeführt und von Isidor Philipp, Henri Berthelier und Jules Loeb gespielt.
Das Werk ist ungewöhnlicherweise in fünf Sätze unterteilt und dauert etwa 35 Minuten.
Der erste und der letzte Satz sind deutlich länger als die drei mittleren und bilden so eine bogenförmige Struktur.
I. Allegro ma non-troppo
Der erste Satz ist ein langer Satz in Sonatenform. Er beginnt mit einem düsteren und unheilvollen Thema, das von Violine und Cello gemeinsam gespielt wird und von weit auseinanderliegenden Akkorden im Klavier begleitet wird. Das zweite Thema präsentiert ein neues, lyrisches Kontrastthema. Nach einer dramatischen Durchführung endet der Satz kühn mit einer unerwarteten plagalen Kadenz in e-Moll.
II. Allegretto
Dieser Satz ist ein tänzerischer Satz in Rondoform, geschrieben im 5/8-Takt, ähnlich dem zweiten Satz von Tschaikowskys Sechster Sinfonie. Er wechselt zwischen zarter, salonartiger Musik und virtuosen Ausbrüchen und klingt schließlich sanft aus.
III. Andante con moto
Der dritte Satz ist ein kurzer, aber lyrischer langsamer Satz in der fernen Tonart As-Dur. Er basiert auf einer kleinen absteigenden Phrase, die zuerst vom Klavier und dann von den Streichern erklingt.
IV. Grazioso, poco allegretto
Dieser Satz ist ein anmutiger Walzer in G-Dur. Er beginnt mit einer kurzen, düsteren Einleitung, bevor das Klavier das heitere Hauptthema einführt. Zwei kurze Triopassagen bilden einen Kontrast in entfernten Tonarten.
V. Allegro
Das Finale beginnt mit einem düsteren Thema im Klavier in Oktaven, zu dem später die Streicher hinzukommen. Die Musik steigert sich in zunehmender Intensität, bevor sie in ein Fugato mündet, dessen Thema zunächst von der Violine vorgestellt wird. Die beiden Themen werden dann in einer komplexen kontrapunktischen Passage vereint und weiterentwickelt. Die Coda verwandelt das erste Thema in ein Moto perpetuo, das das Werk zu einem dramatischen Schluss in der Tonika Moll führt.
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