Josef Suk spielte zweite Geige im Böhmischen Streichquartett. Seit 1914 war das Ensemble verpflichtet, zu Beginn jedes Konzerts die österreichische Nationalhymne zu spielen. Suk beschloss, dieses Pflichtstück durch ein Werk zu ergänzen, das von der alten böhmischen Wenzelshymne inspiriert war. Die Botschaft der Hymne – eine Bitte um das Wohl des tschechischen Volkes an seinen Schutzpatron – wurde vom Publikum sofort verstanden. Das Böhmische Streichquartett führte diese einsätzige Meditation erstmals am 27. September 1914 auf; die Uraufführung der Fassung für Streichorchester folgte am 22. November 1914 mit der Tschechischen Philharmonie. Im selben Jahr wurde das Werk von Pater A. Urbánek zusammen mit Bearbeitungen für Klavier und Orgel veröffentlicht. Diese erste Urtextausgabe, erstellt vom Suk-Forscher Zdenek Nouza, erschien in zwei Fassungen: eine für Streichquartett (BA 9583; Studienpartitur TP 583) und eine für Streichorchester (BA 9584). Die Orchesterfassung unterscheidet sich in einigen Details und enthält eine zusätzliche Kontrabassstimme.