Mendelssohn komponierte das Konzert in d-Moll für Violine und Streichorchester im Alter von 13 Jahren. Zwei deutlich unterschiedliche Fassungen der ersten beiden Sätze sind überliefert. Das Autograph der ersten Fassung befindet sich im Besitz von Yehudi Menuhin in London; das Autograph der zweiten Fassung gehört zum Bestand der Deutschen Staatsbibliothek Berlin. Der dritte Satz, der am Ende des zweiten Satzes der ersten Fassung durch die Note „attacca subito“ in Verbindung mit dem Beginn des Rondothemas gekennzeichnet ist, ist nur in der Berliner Fassung erhalten. Das Vorwort und der kritische Bericht zur Partiturausgabe in der Leipziger Gesamtausgabe der Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Serie II, Band 6, liefern detaillierte Informationen zum quellenhistorischen und textkritischen Kontext.
Der Klavierauszug DV 6406 enthält beide Fassungen. Obwohl die zweite Fassung zweifellos die kompositorisch reifere Leistung des jungen Mendelssohn darstellt, eignet sich auch die erste Fassung der ersten beiden Sätze zusammen mit dem nur einmal erhaltenen dritten Satz zur Aufführung. Insbesondere der hier prägnantere und technisch weniger anspruchsvolle langsame Satz dürfte Anklang finden.
Das Leihmaterial der 1. Fassung enthält lediglich die ersten beiden Sätze (Allegro molto – Andante). Das Leihmaterial der 2. Fassung bietet das vollständige Konzert mit allen drei Sätzen.