Faurés erstes Klavierquartett entstand über drei Jahre hinweg – von 1876 bis 1879 – und wurde im Februar 1880 im Rahmen eines Konzerts der Société Nationale de Musique in Paris uraufgeführt. Trotz seiner Tonart c-Moll strahlt das Quartett Wärme und Optimismus aus. Die Streicher setzen mit dem ersten Thema ein und entfalten sich zu einem lyrischen zweiten Thema, während kanonische Durchführung, Ganztonpassagen und fragmentiertes, imitiertes Material fließend in ein zartes, dahinfließendes Mittelthema übergehen, das schließlich – ganz ohne Fanfare – zum punktierten Anfangsthema zurückkehrt. Pizzicato-Streicher führen die eigenwillige kleine Klaviermelodie des zweiten Satzes ein, ein witziges kleines Stück, in dem das Ensemble mit Kontrasten spielt – Es-Dur versus c-Moll, Triole versus Duole, überschwänglich versus kaum wahrnehmbar –, während das Thema durch plötzliche und gewaltige Sprünge unterbrochen wird.
Faurés harmonische Innovationen sind im Adagio deutlich hörbar. Enge Harmonien und der gedämpfte, fast kehlig-raue Klang des Beginns weichen einer Melodie, die wie ein Sonnenaufgang nach einem langen Sturm klingt. Unisono-Passagen verklingen zum Soloklavier, dann erklingen Themenfragmente und schließlich kehrt der Unisono-Gesang zurück. Die Melodie sinkt trotz anhaltender Leuchtkraft im Klavier immer tiefer und endet mit einem harmonischen, zähen Spiel unheilvoller Vorhalte. Das Allegro molto – die heutige Fassung ist eine Überarbeitung des Originals aus dem Jahr 1883 – zeichnet sich dadurch aus, dass Violine und Bratsche fließende Linien über Triolen im Klavier spielen, während das Cello die hohen Streicher stützt und den Tonumfang dieses dramatischen Finales erweitert.