Gabriel Faurés Klavierquartett Nr. 2 in g-Moll, op. 45, ist eines der beiden Kammermusikwerke, die er für die traditionelle Besetzung Klavierquartett (Klavier, Violine, Bratsche und Violoncello) komponierte. Es wurde 1887 uraufgeführt, sieben Jahre nach seinem ersten Quartett.
Faurés vorheriges Werk in diesem Genre, das Klavierquartett Nr. 1, op. 15, war bei seiner Uraufführung 1880 wohlwollend aufgenommen worden und zählte zu den Kammermusikwerken, für die er 1885 von der Académie des Beaux-Arts mit dem Prix Chartier ausgezeichnet wurde. Über die Gründe für die Komposition eines weiteren Quartetts ist wenig bekannt. Es entstand nicht im Auftrag, sondern offenbar aus Faurés Interesse an den Möglichkeiten des Klavierquartetts und seiner Scheu, Kammermusik ohne Klavierstimme zu schreiben. Der Fauré-Forscher Jean-Michel Nectoux bemerkt, dass die Wahl dieser ungewöhnlichen Form den Wunsch des Komponisten verdeutlichte, neue Wege zu beschreiten und seinen eigenen Weg zu gehen. Nectoux fügt hinzu, dass es von Vorteil war, dass das bestehende klassische Repertoire – abgesehen von Mozarts Quartetten – nur wenige hochkarätige Klavierquartette enthielt.
Es ist nicht sicher, wann Fauré mit der Arbeit am Zweiten Quartett begann, doch herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass es entweder 1885 oder 1886 geschah. Das Werk wurde rechtzeitig fertiggestellt, um am 22. Januar 1887 uraufgeführt zu werden. Es wurde in der Société Nationale de Musique von Guillaume Remy (Violine), Louis van Waefelghem (Viola), Jules Delsart (Cello) und dem Komponisten selbst (Klavier) aufgeführt.
Fauré verwendet die klassische viersätzige Struktur: Einem einleitenden Allegro folgen ein Scherzo, ein langsamer Satz und ein Finale. Dies folgt dem Muster deutscher romantischer Werke wie Schumanns Klavierquartett op. 47 und Brahms‘ Klavierquartett, Op. 25.
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