Kurtág wurde in eine ungarisch-jüdische Familie in Nordrumänien geboren und zog 1946 im Alter von zwanzig Jahren nach Budapest. Das Jahr nach dem Aufstand von 1956 verbrachte er in Paris, angeblich um bei Messiaen und Milhaud zu studieren, tatsächlich aber unterzog er sich einer Psychoanalyse durch Marianne Stein und „reinigte“ sich selbst, indem er sich ausschließlich von Reis ernährte und kantige Gymnastikübungen ausführte. Er kopierte Partituren von Webern und bastelte Strichmännchen aus Streichhölzern, Staubflusen und Zigarettenstummeln, las Kafkas „Die Verwandlung“ und fühlte sich wie eine „Kakerlake, die danach strebt, sich in einen Menschen zu verwandeln, nach Licht und Reinheit sucht“. Er kehrte nach Budapest zurück, verwarf seine früheren Kompositionen und schuf sein „Opus 1“, ein Streichquartett, das er Stein widmete.
Obwohl Kurtágs Stil unverwechselbar ist, spielen viele seiner Kompositionen eklektisch auf andere an: Hommage à Nancy Sinatra, Hommage an Tschaikowsky, In Erinnerung an einen Gerechten, Omaggio a Luigi Nono und das heutige Stück Hommage à Robert Schumann, das auf Märchenerzählungen basiert und dieselbe Instrumentierung verwendet. Kurtág schrieb den ersten Satz 1975 und vollendete das Werk 1990. Die Sätze dieses kurzen (10-minütigen) Werkes beziehen sich auf Schumanns Alter Egos Florestan, Eusebius und Meister Raro sowie im ersten Satz auf Johannes Kreisler, einen fiktiven, launischen und ungeselligen Komponisten, der das Alter Ego des Schriftstellers E. T. A. Hoffmann war und Schumann wiederum zu seiner Kreisleriana inspirierte. Die ersten fünf Sätze sind, wie bei Webern, sehr kurz. Der längere letzte Satz bezieht sich auf Guillaume de Machaut, einen Dichter und Komponisten des 14. Jahrhunderts, der besonders einflussreich in der Entwicklung isorhythmischer Motetten war (in denen ein sich wiederholender Rhythmus zur Vereinheitlichung des Stücks beiträgt). Hier wiederholen die drei Spieler unabhängig voneinander ihr eigenes rhythmisches Muster, das Klavier streng, die anderen beiden Stimmen ihre Rhythmen allmählich verdichtend.