Pietro Antonio Locatelli (1695–1764) war ein italienischer Violinvirtuose und Komponist, der sich um 1730 in Amsterdam (Prinsengracht 506) niederließ und dort bis zu seinem Tod lebte. Neben seiner Tätigkeit als Lehrer, Komponist und Dirigent von Musikensembles wohlhabender Amsterdamer handelte er mit Streichinstrumenten und arbeitete als Korrekturleser für einen Musikverlag. (Amsterdam war um 1700 ein bedeutendes Zentrum des Notendrucks.) Er veröffentlichte seine eigenen Kompositionen. Locatelli, ein Schüler des berühmten Corelli, war auch ein begeisterter Komponist des Concerto Grosso. Seine Concerti Grossi werden noch heute häufig aufgeführt. Er komponierte außerdem meisterhafte Violinkonzerte, die er in „L’arte del Violino“ (Die Kunst des Violinspiels) sammelte. Kein Geringerer als der geniale Geiger Niccolò Paganini (1782–1840) orientierte sich bei seinem virtuosen Spiel an Locatellis „L’arte del Violino“ (Die Kunst des Violinspiels) aus dem Jahr 1733.