Das Konzert für Klarinette, Viola und Orchester in e-Moll op. 88 von Max Bruch, auch Doppelkonzert genannt, ist das einzige gemeinsame Konzert für diese beiden Soloinstrumente. Es handelt sich um ein Spätwerk Bruchs aus dem Jahr 1911 und ein wichtiges Werk in seinem Repertoire. Es gibt auch eine Transkription des Werkes für Violine anstelle der Klarinette, von Bruch selbst gefertigt. Die Aufführungsdauer liegt bei 20 bis 22 Minuten. Bruch schrieb das Konzert im Alter von 73 Jahren für seinen Sohn Max Felix, der Klarinettist war. Es wurde am 5. März 1912 von Max Felix Bruch und Willy Hess als Solisten in Wilhelmshaven uraufgeführt.
Für Max Felix hatte Bruch 1910 auch die Acht Stücke für Klarinette, Bratsche und Klavier op. 83 geschrieben. Diese beiden Kompositionen sind wie auch die Romanze für Viola und Orchester F-Dur op. 85 aus 1912 deutliche Beispiele für Bruchs Stil, der sich seit seinem 40 Jahre zuvor geschriebenen 1. Violinkonzert nicht geändert hatte und nicht mehr zeitgemäß war.
Das Doppelkonzert steht in der Tradition des Konzerts für mehrere Soloinstrumente, die im Barock begründet wurde und in der Klassik und Romantik weitere Verwendung fand. Bruch komponierte es wie auch das 1915 entstandene Konzert für zwei Klaviere op. 88a immer noch in romantischem Stil, während seine Zeitgenossen bereits mit völlig neuen Tonsprachen experimentierten, mit Schönberg und Strawinsky als Bezugspunkten. Daher fand das Konzert nach der Erstaufführung keine große Anerkennung und wurde erst 1942, mehr als 20 Jahre nach dem Tod des Komponisten, veröffentlicht. Seit Ende der 1980er Jahre wurde es von Größen wie Yuri Bashmet an der Bratsche und Paul Meyer an der Klarinette aufgegriffen und allmählich einem breiteren Publikum bekannt. Inzwischen dürfte es als ein klanglich attraktives Werk angesehen werden, das es wert ist aufgeführt zu werden.
Instrumentierung
Die Partitur sieht außer der Solo-Klarinette in A und der Solo-Bratsche vor: zwei Flöten, zwei Oboen, ein Englischhorn, zwei Klarinetten, zwei Fagotte, vier Hörner, zwei Trompeten, Pauken und die üblichen Streicher.
Das Konzert besteht aus drei Sätzen: