Der Petersburger Musiker Alexander Glasunow (1865–1936) verdankt seine musikalische Laufbahn dem Komponistenkollegen Milij Balakirew, der ihn 1880 für Privatunterricht mit Nikolai Rimski-Korsakow in Kontakt brachte. Nur zwei Jahre später sorgte Glasunow mit der Uraufführung seiner Ersten Sinfonie für Furore und erlangte bald nationales und internationales Ansehen. In den folgenden Jahren komponierte er rasch sinfonische und Kammermusikwerke, bevor er 1899 zum ersten Professor für Instrumentalmusik und später zum Direktor des Petersburger Konservatoriums ernannt wurde. Fortan musste er sich verstärkt seinen pädagogischen und organisatorischen Aufgaben widmen. Der „Chant du ménestrel“ op. 71 entstand 1890. Es ist ein lyrisches und ausdrucksstarkes, zugleich leicht melancholisches Werk, das die melodischen Qualitäten des Komponisten unterstreicht – ein ideales Stück für Konzerte oder Zugaben.