Dieses Werk wurde für den Queen Elisabeth Wettbewerb (BE) als Pflichtstück für das Halbfinale (15.–20. Mai 2017) komponiert und im nationalen Fernsehen und Radio übertragen.
Wie der Titel bereits andeutet, basiert dieses Werk auf der alten Variationsform Chaconne. Das Grundprinzip einer Chaconne besteht aus einer harmonischen Sequenz, die sich wiederholt und dabei jeweils eine andere Melodielinie trägt. Die Form ist durchgehend; es gibt keinen klar abgegrenzten thematischen Abschluss durch deutlich voneinander getrennte Variationen, sondern ein sich kontinuierlich wiederholendes Muster. Dadurch entsteht eine Einheit, die in der traditionellen Form mit Thema und Variationen weniger ausgeprägt ist.
Das Werk beginnt mit einer Sequenz von zwölf Akkorden, auf der der weitere Verlauf des Stücks basiert. Dies bietet jedem Interpreten die Möglichkeit, in jeder Variation eine persönliche künstlerische Vision zu betonen und die kontrastierenden Spieltechniken herauszuarbeiten.
Für den Zuhörer bietet diese Chaconne ein doppeltes Erlebnis: zum einen ein unbewusst spürbares Erkennen des zugrundeliegenden Zusammenhangs der Variationen und zum anderen eine ständige Überraschung aufgrund des nicht-tonalen und daher viel weniger wiedererkennbaren musikalischen Materials als in einer klassischen Chaconne.
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