Jean Baptiste Senaillés ansprechendes Allegro spiritoso entstand ursprünglich als letzter Satz einer Violinsonate – Senaillé galt zu Beginn des 18. Jahrhunderts als einer der führenden Geiger in Paris. Das Stück war schon immer ein bekanntes Werk des Violinrepertoires, erlebte aber in den 1920er Jahren eine neue Blütezeit, als der legendäre englische Fagottist Archie Camden unter der Leitung von Sir Hamilton Harty die erste Aufnahme von Mozarts Fagottkonzert überhaupt einspielte. Da das Konzert fünf Seiten einer Dreifach-Schallplatte (78 U/min) benötigte, wurde ein kurzes Zusatzstück für die verbleibende Seite benötigt. Harty und Camden machten sich daher an die Arbeit und schufen aus Senaillés Solo-Violinstück eine lebhafte, charaktervolle Miniatur für Fagott und Orchester, die wohl populärer geworden ist als das Original.