Hans Sitt (geboren als Jan Hanuš Sitt am 21. September 1850 in Prag – 10. März 1922 in Leipzig) war ein böhmischer Geiger, Bratschist, Lehrer und Komponist. Zu Lebzeiten galt er als einer der bedeutendsten Geigenlehrer. Die meisten Orchester und Konservatorien Europas und Nordamerikas hatten damals ehemalige Schüler in ihren Reihen. Sitt wurde in Prag als Sohn von Anton Sitt (ursprünglich Szytt) dem Älteren (1819–1878), einem angesehenen ungarischen Geigenbauer, geboren. Sitts musikalisches Talent zeigte sich früh, und allem Anschein nach hätte er leicht die typische Karriere eines Wunderkindes einschlagen können, hätten seine Eltern ihn vermarkten wollen. Doch sie entschieden sich klugerweise dagegen. Stattdessen durfte er ein normales Leben führen und besuchte ein Gymnasium, bevor er ans Prager Konservatorium ging. Von 1884 bis 1921 bekleidete Sitt die angesehene Position des Professors für Violine am Leipziger Konservatorium und verfasste mehrere bedeutende Etüden für Violine und Viola, von denen einige noch heute aufgeführt werden. Von 1885 bis 1903 war er Dirigent des Leipziger Bach-Vereins. Von 1883 bis 1895 spielte Sitt Viola im Leipziger Brodsky-Quartett zusammen mit Hugo Becker, Julius Klengel und dem Gründer Adolph Brodsky.